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BLECH/ROHRE/PROFILE
1/2012 März
 
 
 Fertigung des Crashrohrs. Bilder Meisenbach/Albrecht<br>
Fertigung des Crashrohrs. Bilder Meisenbach/Albrecht
 Das Schwierige an der Umformung der Crashrohre ist die hohe Genauigkeit.<br>
Das Schwierige an der Umformung der Crashrohre ist die hohe Genauigkeit.
 Eckhard Morlock, Geschäftsführer von Felss Rotaform.<br>
Eckhard Morlock, Geschäftsführer von Felss Rotaform.
 Prüfstation für die Crashrohre.<br>
Prüfstation für die Crashrohre.
 Mustersammlung  bei Felss Rotaform.<br>
Mustersammlung bei Felss Rotaform.

Präzise Umformen

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Blechmassivumformen ist ein aktuelles Stichwort in der Fertigungsforschung, Felss betreibt es seit Jahren: Rundkneten, Axialformen – Techniken, die das Traditionsunternehmen beherrscht, sowohl als Maschinenbauer als auch als Komponentenfertiger. In Bretten zeigt Felss Rotaform, was mit dem Verfahren zu leisten ist.

Bei Umformtechniken muss immer der Prozess, das Material, das Werkzeug und die Maschine in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Anders als etwa beim Drehen reicht es nicht, wenn der Werker die Schneide zustellt und sofort wird exakt das Maß am Material abgetragen. Kurz und knapp macht Schneider, Geschäftsführer bei Felss klar, was das Umformen so schwierig macht. Das gilt natürlich auch für die bei Felss praktizierten Verfahren wie das Rundkneten, das Axialformen oder das rekursive Axialformen. Wie viel Know-how mittlerweile in den Maschinensteuerungen steckt, zeigt das Unternehmen beim Komponentenfertiger Rotaform.

Hier werden derzeit 260 verschiedene Komponenten für Automobilzulieferer mit den Verfahren Rundkneten, rekursives Axialumformen oder Axialformen hergestellt. Wie präzise und wiederholbar die Anwendung dieser umformende Fertigungsverfahren sein kann, demonstriert Eckhard Morlock, Geschäftsführer von Felss Rotaform am Beispiel eines Crashrohrs. 500 000 Stückdavon werden jährlich an einen Automobilhersteller geliefert. Das Teil sieht auf den ersten Blick unspektakulär aus und erinnert an das Gehäuse einer Stabtaschenlampe mit einem trichterförmig aufgeweiteten Ende einerseits, einem zylindrischen Zwischenstück und einem gesickten Ende. Zwischen Stoßfänger und Tragender Karosserie soll es sich bei Unfällen verformen und Beschädigungen der tragenden Struktur verhindern „Entsprechend hoch sind die Forderungen an die Genauigkeit und damit an eine prozesssichere und effektive Produktion“, erklärt Eckhard Morlock.


Wandstärke von großer Bedeutung

„Für die Gesamtkonstruktion sind die Wandstärke und Maßhaltigkeit des Rohrs von herausragender Bedeutung. Deshalb sind seine Maße extrem präzise vorgegeben“, so Morlock. Produziert wird es mit dem Verfahren des rekursiven Axialformens. Dabei wird die Form in einem Arbeitsgang hergestellt, wobei wiederholende kurze Bewegungen für die Umformung sorgen ohne das Rohr zu stauchen. Die sich aneinanderreihenden inkrementellen Umformungen nutzen das punktuelle fließen des Werkstoffs, wobei sich die benötigte Kraft gegenüber Komplettumformungen um bis zu 40 Prozent verringert. Zum anderen sind günstigere Schmierverhältnisse gegeben. „Im Fall des Crashrohrs war es eine besondere Herausforderung, dass das Rohr an einem Ende stark aufgeweitet wird und sein Material gleichzeitig in die Länge fließen muss. Um ein optimales Fließverhalten sicherzustellen, haben wir die Oberflächenbeschaffenheit des Dorns verändert, der sich während der Umformung im Bauteil befindet. Er ist etwas rauer und verbessert so den Materialfluss,“ erläutert Morlock. Umformtechnisch geht diese Fertigung an die Grenzen, denn weiter aufweiten ließe sich das Rohr an seinem trichterförmigen Ende nicht. Die Wandstärke des Rohlings setzt hier natürliche Grenzen.


Shortcut Technologie

Seine speziellen Wege mit dem, rundkneten oder dem rekursiven Axialformen auf Produktionslösungen zu kommen, wird Felss zukünftig unter dem Namen Felss Shortcut Technologies vermarkten. Es lehnt sich dabei an die ShortCuts genannten Tastaturbefehle der Windows Programme an. Ähnlich wie diese sucht Felss dabei den kurzen überraschenden Weg zu Produktionslösungen. Gleichzeitig wird man in Zukunft die Teilunternehmen verstärkt unter dem gemeinsamen Dachnamen Felss vermarkten. Erster Auftritt dazu ist die Tube in Düsseldorf, die symbolisch als Camp organisiert ist.

Die Felss Gruppe erwirtschaftet heute rund 95 Mio. Euro Umsatz im Jahr und hat damit seine Umsätze seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts fast verzehnfacht. Das 1905 gegründete Unternehmen ist heute weltweit aktiv und verfügt über 6 operative Werke auf 3 Kontinenten. An den deutschen Standorten in Königsbach-Stein und Nesselwang entstehen Maschinen und verkettete Anlagen, die weltweit im Einsatz sind. Felss Rotaform produziert in Deutschland, der Schweiz, China und den USA Komponenten für die Automobilindustrie und andere Branchen.

Schwerpunkte für den Maschinenbau in der Gruppe sind die Verfahren Rundkneten, Axialformen, Endenbearbeitung und Biegen, sowie allgemein die innovative Rohrbearbeitung.

Volker Albrecht



Felss Rotaform GmbH
D-75203 Königsbach-Stein
Tel.: +49 7232 40290
www.felss.de
 
 
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