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Stanzen

Wenn Co-Engineering bares Geld spart

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Dezember 2015 —

Jedes Stanzen und Feinschneiden beginnt mit einer Zeichnung. Sie nennt die wichtigsten Maße, Anforderungen und Werkstoffe des Werkstücks und ob oder an welchen Stellen geprägt, gezogen, geschliffen, gebogen oder quergelocht werden soll. Schon in diesem Projektstadium kristallisieren sich zwei Kundengruppen heraus: Die einen legen eine relativ komplette Zeichnung vor. Bei anderen sind die Zeichnungen unvollständig. Nicht alle Materialien sind definiert, Toleranzen in sich nicht schlüssig. Die Schweizer Etampa AG– Spezialist für Stanzen und Feinschneiden– bespricht mit beiden Kundengruppen offene Fragen sofort. Indes ist dies in manchen Fällen nicht einfach.

Unternehmen arbeiten nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Die größeren von ihnen kommen zunehmend mit ihren Lieferanten per Einkaufsportal zusammen. Die Prozesse sind hier vordefiniert und automatisiert. Die Firmen bemühen sich mithin nicht um ihre Lieferanten, sondern umgekehrt: Wer als Lieferant in Betracht kommen will, muss sich anstrengen.

Etampa CEO Daniel Brügger versteht, dass man den Einkauf objektiv und neutral gestalten muss und auch, dass ein Hersteller nicht nur deshalb Fertigungsauftrag erhalten soll, weil das immer schon so war. „Es gibt Branchen, wo Portale mit automatisierten Angebotsabgaben Sinn machen und den Beteiligten das Leben erleichtern. Das Stanzen und Feinschneiden gehört nicht immer dazu“. Für ihn laute das Zauberwort vielmehr „Kommunikation“, sagt Brügger.


Einkaufsportale unterm Strich teurer

Bei den Zeichnungen ergeben sich viele Detailfragen, und zwar an Stellen, wo schriftlich niedergelegte Anforderungen nicht eindeutig sondern missverständlich, zum Teil sogar widersprüchlich seien oder Materialangaben nicht schlüssig. Es sei auch schon passiert, berichtet der Etampa-Chef Brügger, dass er mit „Schreiben Sie einfach rein, was Sie können“ abgewimmelt worden sei. Das sei nicht die Regel, aber auch nicht die Ausnahme. „Wir möchten die Auftraggeber bestmöglich unterstützen. Präzise und nachhaltig anbieten kann man aber nur, wenn auch die Anforderungen glasklar formuliert sind“.

So komme es vor, dass man beim ersten Blick auf die Zeichnung feststellt, dass sich Teile günstiger fertigen lassen als vom Auftraggeber vorgesehen. „Wir sagen dem Kunden, wenn sich durch geringfügige Änderung an der ursprünglichen Planung die Produktivität erhöhen lässt.“ Es sei enorm, wie viel Potenzial hier brach liege, da sei noch ganz viel Luft nach oben. „Allein durch maßvolles Anpassen der so genannten Angsttoleranz haben wir den Kunden immer wieder richtig viel Bares einsparen können“, führt Brügger weiter aus. Genau das sei der Grund, weshalb viele Kunden Wert auf aktives Co-Engineering und auf die Erfahrung der Präzisionsfertiger legen. „Die Expertise wird vor allem deshalb geschätzt, weil schnell und kostengünstiger gefertigt werden kann.“


Nur vordergründig vergleichbart

Marco Costa, seit 20 Jahren Konstruktionsleiter bei Etampa, kennt diese Abläufe bestens: „Optimierung lässt sich nicht nur erreichen, dass man den Streifen mehrspurig nutzt und schon dadurch den Rohstoffverbrauch senkt. Manchem Kunden ist nicht klar, dass die Auswahl des richtigen Materials ein erheblicher Erfolgsfaktor ist.“ So schrieben manche Anforderungen vor, dass Stahl verwendet werden muss. Dieser solle anschließend verzinkt werden. Jedoch sei es oft kostengünstiger, anstelle von Stahl rostfreien Stahl zu verwenden und dadurch das Verzinken zu erübrigen, zumal nachträgliches Verzinken je nach Gegebenheit wieder ganz andere Aufgaben hervorrufen könne.

Einkaufsportale machen Abläufe und interne Prozesse geschmeidiger – zumindest auf den ersten Blick. Was man erreichen möchte, ist Vergleichbarkeit der Angebote. Resultat ist, dass fast nur noch der Preis zählt. Brügger: „Hier liegt der Denkfehler. Produktionsprozesse sind komplex. Einzelne Produktionsschritte bedingen sich untereinander. Das Verhalten bestimmter Werkstoffe steht oft dem entgegen, was der Kunde fordert.“ Der Mehrwert, den erfahrene Präzisionsfertiger ihren Kunden bieten, sei unter anderem die Beratung. „Wenn der Kunde denkt, durch vordergründige Vergleichbarkeit sei eine wirtschaftliche Entscheidung garantiert, dann bleibt ihm dies unbenommen.“ Wer auf Beratung verzichte und nicht alle – wirklich alle – Details und Konsequenzen einer Einkaufsentscheidung im Blick habe, für den könnte vordergründige Einsparung zuweilen teuer werden.

Blechexpo 2015, Halle 5 Stand 5508


Etampa AG
Solothurnstraße 172
2540 Grenchen/Schweiz
Ansprechpartner ist Daniel Brügger
Tel.: +41 32 6442121
info@etampa.ch
www.etampa.ch

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