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Wo Präzision am Zuge ist

Juni 2016 — Soll Qualitätsrohr gezogen werden, müssen die eingesetzten Tools und Komponenten so ziemlich „alles geben“ an Standing, Präzision und Stabilität. Standardlösungen für Werkzeug und Verschleißteile sind hier nicht zwingend die Mittel zum Zweck. 

Summary for English-speaking readers
Where precision is paramount

When drawing quality tubes, the tools and components used in the process have to “give their all” in terms of precision and stability. Standard solutions for tools and expendable parts are not always the means to an end.

Der Wuppertaler Hartmetallhersteller geht eigene Wege. Im Fokus steht zunächst die Aufgabe, vor Ort zu ermitteln, welche Eigenschaften die Werkzeuge haben müssen, die im Verlauf der Ziehvorgänge eingesetzt werden. Entscheidend ist das zu ziehende Metall. Hiervon hängt die Zusammensetzung des Materials ab, aus dem die Werkzeuge zweckbestimmt gefertigt werden. Durit bietet hier eine Bandbreite maßgeschneiderter Tools für die Rohrherstellung auf Hightech-Niveau.

Konstruktionsleiter Heinz-Achim Kordt erklärt: „In der Rohrfertigung ist Werkzeugvielfalt gefragt. Nur so erreicht man das optimale Resultat. Daher gehören nicht nur Ausführungen aus Vollhartmetall zum Programm sondern auch Verbundwerkzeuge aus Werkstoffkombinationen. Diese Verbindungen aus Hartmetall und Stahl haben qualitätsentscheidende Vorteile.“

Eine Frage von Härte und Korngröße

Ziehmatrizen haben eine außerordentliche Formgenauigkeit und Oberflächengüte. Eine durchdachte Konstruktion unterstützt dies. Der unmittelbare Verschleißbereich des Werkzeugs besteht aus Hartmetall der Korngröße Medium oder Fein. Die Stahlfassung, die den Hartmetallring umschließt, hat gleich mehrere Aufgaben: Zum einen fängt sie die Zugkräfte der Schubspannung auf, zum anderen dient sie zum Befestigen in der Ziehanlage. Außerdem senkt der Stahl das Gesamtgewicht des Werkzeugs und somit die Kosten. Welche Hartmetall-Korngröße die beste ist, muss von Fall zu Fall geklärt werden. Beim Ziehen von NE-Metallen haben sich Feinkornsorten gut bewährt. Die homogene Oberflächenstruktur und geringe Neigung zu Kaltaufschweißungen nach dem Anpassen an den Ziehprozess machen sie hier zum idealen Werkstoff. Im Anschluss an das Ziehen werden so genannte Schälscheiben eingesetzt. Sie sollen die Oberfläche säubern und Maßhaltigkeit herzustellen. Hier ist ebenfalls feinkörniges Hartmetall die erste Wahl. Die Kantenstabilität des Werkstoffs führt dazu, dass die Schälscheiben länger halten. 

Beim Ziehen von Stahl oder Edelstahl gelten andere Kriterien: Es kommt hier an auf die Kombination von Oberflächenbeschaffenheit und Festigkeit. Auch hierfür bietet Durit die geeignete Hartmetallsorte: eine mittelkörnige Mischung mit höherer Schlagzähigkeit als ein Feinkorn. Dies ist wichtig, da beim Anfahren der Anlage punktuell hohe Kräfte auftreten und der folgende Ziehprozess einen harten Werkstoff erforderlich macht. 

Zu den typischen Verbundwerkzeugen zählen bei Durit diese zwei Varianten: Spannbacken, die beim Ziehen der Rohre für den Vorschub sorgen sowie Prismenbacken, die beim Trennen der Rohre zum Festklemmen gebraucht werden. Bei beiden Prozessen sind Druckfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb gefragt. Da Abrasion lediglich an den Kontaktflächen der Spannbacken auftritt, werden die verschleißgefährdeten Zonen aus Hartmetall gefertigt. Stahl als Trägerwerkstoff hat den Bearbeitungsvorteil, dass Gewindebohrungen und andere Befestigungen ohne viel Aufwand herzustellen sind.

Unempfindlich gegen Hitze

Um einen Sonderfall handelt es sich bei den Schabestählen, die zum Abziehen von Rohr-Schweißnähten benötigt werden. Für diese Anwendung hat Durit die Beschichtung „PVD Galaxy“ entwickelt. Sie schafft die Voraussetzung, um Werkzeuge nach dem Schweißen bei über 1000 Grad Celsius einzusetzen. Zugleich sinken durch die Verbindung aus verschleißfestem Hartmetall und hitzebeständiger PVD-Beschichtung die Kräfte von Reibung und Adhäsion. Damit steigt die Leistungsfähigkeit der Werkzeuge auf einen neuen Höchststand.

Wie die Anwendungsbeispiele zeigen, hat die Hartmetallsorte großen Einfluss auf das Produktionsergebnis. Durch das Anpassen an den Ziehvorgang lassen sich lange Standzeiten für das Werkzeug aus Hartmetall erreichen. Mit einer bedarfsgerechten Auswahl stellt das Unternehmen sicher, dass die Sorten dank ihrer Zusammensetzung exakt den jeweiligen Ansprüchen genügen.

Durit Hartmetall GmbH 
Linderhauser Straße 139
42279 Wuppertal 
Ansprechpartner ist Alexandra Hase 
Tel.: +49 202 55109-63
alexandra.hase@durit.de
www.durit.de

 

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